Kein Kirchentag mit öffentlichen Geldern!

Wie man aus Medienberichten entnehmen konnte, gibt es Bestrebungen von Seiten der Katholischen Kirche und Teilen des Erfurter Stadtrats, den Katholikentag 2024 in der thüringischen Landeshauptstadt auszurichten.
Der Katholikentag ist kein kleines Straßenfest, sondern ein milionenschweres fünftägiges Event, welches die gesamte Stadt betrifft und bei dem mehr als 70.000 Menschen zu Gast sind. Von Seiten der Katholischen Kirche wird dabei eine (teilweise) Kostenübernahme durch die Stadt Erfurt erwartet. Doch hierbei geht es nicht um einen kleinen Betrag, sondern um ganze 1,2 Mio. € an öffentlichen Geldern unserer Stadt, während insbesondere im kulturellen Bereich Gelder gestrichen werden.
Neben den Kosten für eine solche Veranstaltung stört uns aber insbesondere, dass die Stadtverwaltung Erfurts mit der Durchführung des Kirchentages den reaktionären Vorstellungen zu Familie und Gesellschaft der katholischen Kirche Raum bieten und zu deren Legitimation beitragen würde.
Wir als linksjugend[’solid] SDS Erfurt kritisieren an der katholischen Kirche u.a. sowohl die zutiefst patriarchalen Strukturen und die überholten Vorstellungen zu Queer-Themen sowie Gleichstellung, aber auch – antiquierte Ansichten was das Thema Familienplanung anbelangt- was das Thema Familienplanung anbelangt.
Für uns ist Religion Privatsache und dies sollte auch von Seiten der Stadt Erfurt so behandelt werden. Eine moderne Politik für alle Menschen ist ohne vollständige Säkularisierung nicht möglich.
Es sollte in einer modernen Demokratie eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche geben. Ein Katholikentag darf auf gar keinen Fall mit öffentlichen Geldern unterstützt werden – schon gar nicht mit einem Millionenbetrag.
Ein gemeinsames Treffen und Fest der Katholischen Kirche könnte selbstverständlich in Erfurt stattfinden. Doch sollte vor allem die Kirche selbst für die finanzielle Ausgestaltung und die Umsetzung der eigenen Feierlichkeiten sorgen. Außerdem stehen die Kosten in keinem Verhältnis zu dem bevorstehenden Event und der Relevanz für die gesamte Stadt.