Zelt statt Innenstadt

Wohnraumproblematik zum Anfassen

Es ist 09:30 an diesem Donnerstagmorgen. Mitten auf dem Unicampus entsteht eine kleine Zeltsiedlung. Statt gemütlicher Sessel gibt es kleine Campingstühle, der Teppich besteht aus leuchtend gelbem Laub. Was ist hier passiert?

Eine Gruppe engagierter junger Menschen, allesamt Teil unserer Hochschulgruppe Linksjugend [’solid].SDS, findet sich auf dem Unicampus zusammen. Ausgestattet ist sie mit Zelten, Hockern und Postkarten. Auf der Wiese vor der Mensa werden die Zelte fix aufgebaut und die Hocker in deren Mitte platziert.
Die Aktion ist Teil der bundesweiten Kampagne „Stress die Uni“ und soll auf die aktuellen Wohnraumprobleme aufmerksam machen. Immer mehr Studierende, aber auch andere Teile der Gesellschaft, suchen bezahlbaren Wohnraum, am liebsten in der Innenstadt. Das wird zunehmend kompliziert. Neben den steigenden Mieten gibt es auch immer mehr Interessenten für Wohnungen.
Viele Studierende berichteten von den Problemen, die sie bei der Wohnungs- oder WG-Suche hatten, von Schlangen vor WG-Castings, steigenden Ansprüchen bei der Auswahl neuer Mitbewohner*innen, teuren Zimmern und dem Zwang, in Stadtrandgebiete ausweichen zu müssen. Teilweise wohnen sie in Jugendherbergen und Hostels oder bei befreundeten Studierenden, weil sie sich noch auf der Wohnungssuche befinden, obewohl das Semester längst begonnen hat.

Das Problem besteht natürlich nicht nur in Erfurt, im Vergleich zu Jena ist es sogar noch relativ jung. In Stuttgart gab es in der vergagenen Woche sogar Scheinbesetzungen, um auf das Wohnraumproblem aufmerksam zu machen.

Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht und sozialer Wohnungsbau gefördert wird. Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, schickt doch einfach Fotos und Adresses leerstehender Wohnhäuser an uns. Gemeinsam können wir zeigen, dass es genug Raum für alle gibt – auch und gerade in der Innenstadt.