Veranstaltungsreihe zur „Neuen Rechten“

Burschis Neu-Rechte Bewegungen sind nichts Neues, aber spätestens mit der Alternative für Deutschland und Pegida (mit ihren verschiedenen Ablegern) hat die Rechts-konservative einen unerwarteten Zulauf und Plattformen bekommen.
In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir, gemeinsam mit euch, die „Neue Rechte“ näher beleuchten und auf die teilweise stark rassistischen, antisemitischen und sozial-chauvinistischen Thesen dieser politischen Strömung eingehen. Was sind die inhaltlichen Elemente, welche sie mit denen der Radikalen Rechten gemein haben, und welche sind es, die sie trennen?! Fragen, die besonders mit den Blick auf die Entwicklungen rund um Thüringens AfD-Fraktionschef Höcke eine besondere Spannung in sich tragen.

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    21.Mai.

Trügerische Ruhe im bedrohten Paradies? Zur Entwicklung von Ressentiments und rechtsextremen Stimmungslagen im Alltagsbewusstsein der Deutschen. mit Max Lill
Die „gesellschaftliche Mitte“ erlebt derzeit offenbar einen starken Umbruch. Die Wahlerfolge der AfD zeigen, dass sich konservative und rechte Stimmungen verstetigen. Auch die „Pegida“-Demonstrationen werden als Hinweis auf einen Zuwachs rechter Tendenzen gedeutet. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung stellt in einer Studie fest, dass diese Einschätzung nicht stimmt. Die Verbreitung menschenfeindlicher Einstellungen ist demnach in den letzten Jahren sogar tendenziell zurückgegangen. Dennoch gibt es in der Gesellschaft deutlich rechte Signale, die sich in rechtspopulistischer Politik und einer geschwächten linken Bewegung manifestieren. Dieser Vortrag stellt die Studie der RLS vor und geht auf folgende Fragen ein: Wie lassen sich die empirischen Befunde vor dem Hintergrund der Umbrüche im politischen System und der Dynamik gesellschaftlicher Krisen deuten? Welche Rolle spielen Vermarktlichungsprozesse und alltägliche Krisenerfahrungen in Erwerbsarbeit und lebensweltlicher/familiärer Reproduktion für die Ausbildung von Ressentiments? Und was folgt daraus für die Strategiedebatten der Linken?
19:00 Uhr // RedRoXX

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    2.Juni

Organisationsformen und Akteur*innen der „Neuen Rechten“ mit Volkmar Wölk
Seit zwei Jahren nun ist die „Alternative für Deutschland“ im Mittelpunkt der politischen Debatte als meinungsführende Kraft der Neuen Rechten. Doch wer steckt hinter dieser Partei? Wer sind die treibenden Kräfte? Welche Entwicklung hat sie in den vergangenen zwei Jahren vollzogen und welche Verbindungen zum extrem rechten Milieu, dem sogenannten Lebensschutz und Identitäten Bewegungen weist sie auf?
19:00 Uhr // Uni EF // LG4 D03

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    18.Juni

Was macht die politische Rechte im Europäischen Parlament? – Bestandsaufnahme ein Jahr nach der Wahl mit Gabi Zimmer und Thilo Janssen
Im Europaparlament gibt es einige Fraktionen, die sich aus verschiedenen rechtsgerichteten europäischen Parteien zusammensetzen. Dazu gehören die „Fraktion der Europäischen Volkspartei“, die Fraktionen „Europäische Konservative und Reformisten“, „Europa der Freiheit und Demokratie“ und die von 2004 bis 2009 aktive Fraktion „Identität, Tradition, Souveränität“. Vor jeder Europawahl ist es zum medialen Ritual geworden, vor möglichen Wahlerfolgen der «Rechtspopulisten» zu warnen. Durch den Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde zur nächsten Europawahl 2014 steigen auch die Chancen deutscher Rechtsparteien, einen Abgeordneten zu entsenden. Diese Veranstaltung setzt sich mit bestehenden Arbeiten, Untersuchungen und Artikeln über die rechten Parteien in Europa, deren Strategien und Vernetzung auseinander und ergänzt sie, in dem der Blick direkt auf das Europäische Parlament im Zeitraum Juli 2009 bis Dezember 2011 gerichtet wird. Sie geht dabei auf Fragen nach aktuellen Inhalten rechter Strukturen im Europäischen Parlament, deren Strategien und (Kooperations-) Formen ein.
19:00 Uhr // RedRoXX

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    25.Juni

Die „Deutsche Stimme“ der „Jungen Freiheit“ – Lesarten des völkischen Nationalismus in zentralen Publikationen der extremen Rechten mit Helmut Kellerhohn von DISS
Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ steht für das das jungkonservative Lager der Neuen Rechten, das sich dem Kampf wider die „Dekadenz“ verschrieben hat, auf die ideologische Umorientierung der Eliten und „Leistungsträger“ zielt, für eine „konservative Basisbewegung“ wirbt und – zum Teil zumindest – rechtspopulistische Parteiansätze unterstützt. Das monatlich erscheinende Parteiorgan der NPD, die „Deutsche Stimme“, versteht sich dagegen als Sprachrohr einer „Fundamentalopposition von Rechts“, die sich mehr oder weniger offen in die Tradition des nationalsozialistischen Kampfes gegen das „System“ stellt, aber auch auf jungkonservative und nationalrevolutionäre Ideen zurückgreift. Trotz unterschiedlicher strategischer Optionen sind bei diesen Blättern strömungsübergreifend ideologische Gemeinsamkeiten feststellbar, die es erlauben, von einem Grundbestand völkisch-nationalistischer Kernideologeme zu sprechen. Diese Veranstaltung beleuchtet die in den Blättern vorkommenden Lesarten des völkischen Nationalismus und analysiert dessen Inhalte.
19:00 Uhr // Uni EF // LG4 D08