Islamophobe Bewegungen jetzt wohl auch in Erfurt aktiv

Face

Am 15.03.2015 will ein HOGESA-Ableger in Erfurt aufmarschieren, die AKE hat dazu bereits eine Pressemitteilung veröffentlicht. Zudem will sich am 24.01.2015 um 14 Uhr auch noch eine ‚neue‘ Bewegung auf die Straße trauen. Und die nennt sich PEGADA.

Was erstmal stark nach der rassistischen und islamophoben PEGIDA-Bewegung klingen mag, entpuppt sich aber als Überraschung. Und das nicht im positiven Sinne. Ihr Slogan:
Die PEGADA ruft zum EnDgAmE.

Entwirren wir zuerst diese Abkürzungen:
PEGADA sind „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“.
EnDgAmE sind „Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas“.

Wir erhalten folglich das:
Die „Patriotische Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes“ ruft zum
„Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas“.

Das ist hart an der Grenze – nicht nur – grammatikalischer Geschmacklosigkeit. Einige ihrer Ziele sind die „ Aufhebung der Russlandsanktionen“, „deutsche Goldreserven auf deutschem Boden“, die „Erforschung […] freier […] Energien“ oder auch ein „Abzug der Besatzer [aus Deutschland]“.
Putin-Versteher, Verschwörungstheoretiker und Reichsdeppen sind also erklärtes Mobilisierungsziel dieser merkwürdigen Truppe. Um den bürgerlichen Schein zu wahren, wird dazu noch Frieden, fairer Handel, und weniger Überwachung gefordert.

Wer macht denn sowas?!
Der Hauptorganisator ist augenscheinlich Konstantin Stößel, über dessen Facebook-Account die Veranstaltung erstellt wurde und beworben wird. Er war bereits 2014 für die Erfurter Montagsdemonstrationen verantwortlich, auf welchen ein ähnliches Klientel bedient wurde. Selber war er auf mindestens einer der Dresdner PEGIDA-Demonstration zugegen. Auch die Redner sind identisch mit jenen der verschwörungsideologischen Wahnmachen – einer wird sogar extra aus Leipzig importiert.
Dieser Import hört auf den Namen Stephane Pierre Roger Simon. Simon, der einst Bundespolizist gewesen sein soll, zählt zu den „Reichsbürgern“. Im Jahr 2013 trat er zudem als Unterstützer der Bürgerinitiative „[Leipzig] Gohlis sagt Nein“ in Erscheinung, die unter Führung der NPD gegen eine im Stadtteil geplante Moschee vorgehen will.
Die Nähe des Titels zu PEGIDA wirkt bewusst gewählt – und leider scheint sie zu wirken. Bis jetzt wurden bereits über 460 Zusagen erreicht, weshalb durchaus Vorsicht geboten ist. Zu der Veranstaltung haben im Internet diverse offen islamophob, antisemitisch und neo-nazistisch auftretende Personen zugesagt. Verschwörungstheoretiker*innen sind da noch die ‚Harmlosesten‘.

Ob sich daraus eine Art Erfurter PEGIDA entwickeln wird, bleibt abzusehen. Der 24.01.2015 darf dieser Bewegung aber auf keinen Fall überlassen werden. So, wie auch kein anderer Tag.

Autor: Non Serviam